TOP
Vom Traum zum Ziel

“#WagEs – von Flausen im Kopf zur Selbstständigkeit”

Meine liebsten Mädels von FIELFALT haben zur Blogparade aufgerufen. #WagEs ist das Thema und die Ladies wollen wissen, was wir, also du und ich, diesen Sommer oder dieses Jahr in unserem Leben wagen wollen. Es geht um Selbstverwirklichung und darum, inwieweit diese Teil deines Lebens ist. Mein Wagnis habe ich bereits angetreten und möchte diese Blogparade dazu nutzen, dir davon zu erzählen.

Das Herz will, was es will

Seit ich denken kann, möchte ich Autorin sein und mit dem Schreiben mein Geld verdienen. Lange wollte ich Journalistin werden, doch am Ende meines Abiturs fehlte mir die Courage, meinen Traum in die Tat umzusetzen. „Brotlose Kunst“ sei der Journalismus, auch sei er wenig familienfreundlich, das sagte man mir damals. Mir schien das Wagnis zu groß und ich entschied mich für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst. Long story short: Die Ausbildung machte mich furchtbar unglücklich, ich landete im Burnout und entschied mich für einen Neubeginn. Nach meinem Geschichtsstudium landete ich schlussendlich 2014 im Online Marketing statt bei einer großen Zeitung. Ich folgte dem Geld, folgte den Empfehlungen anderer – und wurde todunglücklich. Im Laufe des Jahres 2015 hatte ich das Glück, bei einer großen Agentur als Trainee anzufangen. Doch SEO war nicht mein Gebiet, die starren Hierarchien engten mich ein und viele leere Versprechungen ließen mich enttäuscht zurück. Je mehr ich mich auf die Arbeitswelt einließ, desto mehr wurde mir klar: Ich will doch nur Schreiben. Mein eigener Chef sein.

Mein Herz sehnte sich danach, meinem eigenen Rhythmus zu folgen und zu tun, was mich seit jeher erfüllte: Schreiben. Während endloser Stunden im Büro träumte ich davon, mit meinem Kaffee und meinem Laptop auf dem Balkon zu sitzen und dort Artikel zu schreiben, die Menschen einen Mehrwert bieten, sie ein Stück des Weges begleiten. Ich wollte selbst bestimmen, wann und wo ich arbeitete und ich wollte mir meine Projekte selbst aussuchen. Meine Selbstständigkeit sollte Mehrwert schaffen und mich gleichzeitig glücklich machen. Ich lernte eines in dieser Zeit: Wenn dein Herz dir diese eine Sache immer und immer wieder zuruft, kannst du es nicht ignorieren, ohne dabei unglücklich zu werden.

Ein Abend, der mein Leben veränderte

Im Sommer 2015 besuchte ich die Veranstaltung von WE FOUND, einem Social Startup gegründet von Val Racheeva. Diese Veranstaltung veränderte mein Leben. Das Motto des Abends war „Inspiration Unlimited: Make your Entrepreneurial dream come true!“ und ja, das Motto wurde voll erfüllt. Ich ging mit unendlich viel Motivation und Inspiration heim und hatte unglaublich viele Flausen in meinem Kopf: Selbstständig wollte ich sein, mein eigenes Onlinemagazin haben, Menschen auf den Weg helfen und mit dem Schreiben mein Geld verdienen. Doch ich hatte Angst. Schaffte ich das? War ich wirklich dazu geeignet, meinen Lebensunterhalt vom ersten Cent an selbstständig zu verdienen, angewiesen auf Kunden, Aufträge, Honorare?

Im freien Fall – vom Schicksal zu meinem Glück gezwungen

Es kostete mich noch weitere sechs Monate, bevor ich am 06. Januar 2016 meiner Teamleiterin die Kündigung verkündete. Doch nicht mit dem Plan, mich selbstständig zu machen – ich wollte weiter festangestellt bleiben, traute mich nicht, den entscheidenden Schritt zu wagen. Es war mir finanziell zu unsicher, ich dachte, ich tauge nicht zur Selbstständigen.

Doch dann machte ich Ende Januar einen positiven Schwangerschaftstest. Nach mehreren, erfolglosen Jahren voller Versuche war ich endlich schwanger geworden! Und hatte gerade gekündigt. Die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft kamen und gingen und ich hatte nicht eine einzige Zusage auf eine Bewerbung erhalten. Ab der 13. Schwangerschaftswoche konnte ich meine Schwangerschaft auch nicht mehr geheim halten, der Bauch war zu groß. Das war der Punkt, an dem ich wusste: Die Tür zum Arbeitsmarkt war erst einmal geschlossen worden. Ich war in Panik, hatte riesige Angst, dass wir auf den finanziellen Ruin zusteuern würden.

Meine alten Flausen im Hinterkopf und meine existentielle Not vor Augen machte ich die Not zur Tugend: Ich fing an, als freie Texterin und Autorin zu arbeiten. Mit der Hilfe einer weiteren Selbstständigen, die mir mit unendlich viel Rat zur Seite stand, und diverser Plattformen begann ich, erste Kunden zu akquirieren. Die ersten drei Monate liefen schleppend, ich ruhte mich auf dem Arbeitslosengeld I aus, sah die Selbstständigkeit nur als Zwischenlösung. Doch Ende Juni, Anfang Juli beschloss ich, in die vollen zu gehen. Ich wollte mir endlich meinen Traum erfüllen. Gleichzeitig sah ich, dass die Selbstständigkeit die beste Möglichkeit war, weiterhin Geld zu verdienen und meinem Kind die Mutter zu sein, die ich gerne sein wollte.

Das Wagnis: Freiberuflerin, Gründerin, Mutter

Den ersten Schritt zum Leben meines Traumes habe ich bereits getan: Ich bin als freie Texterin für mehrere Kunden tätig und erwirtschafte mir ein monatliches Einkommen. Am 16. August 2016 habe ich einen weiteren Schritt zur Erfüllung meines Traumes gemacht und THE HAPPY SPOT gelaunched. Mein eigenes Blogazine. Zugegeben, mich selbst als Gründerin und Chefredakteurin zu bezeichnen, fühlt sich noch ziemlich strange an. Aber ich bin auch verdammt stolz darauf. Durch die Arbeit als Freiberuflerin habe ich die Möglichkeit, dieses Projekt flexibel und im Bootstrapping-Ansatz, also ohne Fremdfinanzierung, aufzuziehen. Dabei kann ich beide Tätigkeiten perfekt miteinander kombinieren und mir meine Zeit frei einteilen. Perfekt, wenn ich bedenke, dass ich in ca. 3,5 Wochen zum ersten Mal Mutter werde.

Mein Wagnis ist es also, ab November, wenn meine Babypause endet, drei Bälle in der Luft zu jonglieren: Meine Selbstständigkeit als Texterin und Autorin, mein Blogazine und meine Familie. Ich weiß, ich hab da wieder einen ziemlich großen Brocken abgebissen. Aber ich weiß, dass ich das kann. Weil ich endlich den Mut gefunden habe, meinen Traum zu leben und ich als Scannerin mehrere Herausforderungen gleichzeitig brauche, um mich nicht zu langweilen.

Wie blickst du auf das Thema Selbstverwirklichung?

Das ist eine der Fragen, die FIELFALT im Rahmen der Blogparade stellt. Für mich ist mittlerweile klar: Um nichts in der Welt möchte ich die Möglichkeit, mich selbst zu verwirklichen, wieder gegen einen Lohnzettel eintauschen müssen. Manche mögen sagen, Selbstverwirklichung sei Luxus. Doch für mich ist es essentiell, mich entfalten zu können. Nimmt man mir diese Möglichkeit, versinke ich in Depression und Krankheit. Seit ich selbstständig bin, ist der eine oder andere Monat vielleicht finanziell eine Herausforderung gewesen – aber ich fühlte mich nie so gesund, fit und glücklich wie jetzt. Lange habe ich mich von vermeintlicher Existenzangst davon abhalten lassen, meinen Traum zu leben. Doch nun weiß ich: Es gibt für mich nichts Wichtigeres, als das Leben zu führen, nach dem mein Herz sich sehnt.

Was bedeutet Selbstverwirklichung für dich? Hast du den Mut, deinen Traum zu leben? Ich möchte dich ermutigen, dir darüber klar zu werden, was dich wirklich glücklich macht. Wenn du das weißt, geh los und verwirkliche die Flausen in deinem Kopf. Warte nicht darauf, dass das Schicksal dich zu deinem Glück zwingt – oder du die Chance verpasst hast. Ich verspreche dir: Im freien Fall ist der Berg längst nicht mehr so hoch, wie er von oben aussieht.

Möchtest du ebenfalls von deinem Wagnis oder deinem Weg in die Selbstverwirklichung erzählen? Dann nimm doch noch an der Blogparade #WagEs von Fielfalt teil, Details findest du hier.

Bildquelle: pixabay.com

Celsy

Celsy

Ich bin Gründerin dieses Magazins, freischaffende Texterin und Redakteurin und deine freundschaftliche Ansprechpartnerin für all die Dinge, die das Leben schöner machen. Außerdem bin ich Vollzeit-Chaotin mit großem Herzen, beißendem Humor und habe immer für jeden eine Tasse Kaffee da.
Celsy

Tags:    

«
»

4 COMMENTS

  • Anni on 22. August 2016

    Guten Morgen Celsy 🙂
    Ein sehr schöner Blogbeitrag! Ich kann dich sehr gut verstehen – ich bin auch Mama von einer kleinen Maus und gleichzeitig Fernstudentin und Bloggerin, insofern vermutlich auch eine Scannerin 😉 Ich brauche auch diese viele verschiedenen Baustellen, um glücklich und ausgefüllt zu sein, und bin mit dieser Kombination momentan super zufrieden. Ich freu mich, dass ich dein Blogazine entdeckt habe und bleibe weiterhin dran 🙂 Mir gefällt dein Schwerpunkt nämlich sehr gut und bei einer Tasse Kaffee kann ich auch nie nein sagen! 😉
    Liebste Grüße an dich!
    Anni

    Reply
    • Celsy on 22. August 2016

      Meine liebe Anni,
      danke für deinen zauberhaften Kommentar! 🙂 Damit hast du mir den Tagesanfang direkt versüßt! Hab mir direkt auch deinen Blog angesehen und finde ihn ganz bezaubernd. Habe dir direkt bei Facebook ein Like da gelassen, damit ich auch bei dir zukünftig auf dem Laufenden bin. 🙂
      Toll übrigens, dass du das Gefühl mit den unterschiedlichen Baustellen nachvollziehen kannst, bei manchen Leuten stößt es nämlich doch auf Unverständnis. Gerade viele Mamis haben mir in den letzten Wochen gesagt, dass sie es befremdlich finden, dass ich mich nicht 100% auf’s Mama-Sein konzentrieren will/kann. Von einer anderen Mama zu hören, dass sie sich ähnlich fühlt wie ich, baut auf. Ich bin sehr gespannt, wie unsere Wege weiter gehen. Solange: Lassen wir uns den Kaffee schmecken. 😉
      Liebste Grüße,
      Celsy

      Reply
  • Anna on 22. August 2016

    Liebe Celsy,

    ich kann mich mit dir sehr gut identifizieren. Seit der ersten Klasse möchte ich Journalistin werden, Menschen ihre Geschichte erzählen lassen und schreiben. Die Realität sieht im Online-Journalismus leider anders aus. Die Ressourcen sind knapp, man kann sich schon glücklich schätzen, wenn man festangestellt mit einem befristeten Vertrag Clickbait-Content für Facebook schreiben darf. Mir stellt sich da allerdings die Sinnfrage.

    Letztes Jahr habe ich mein Abitur gemacht und studiere seit diesem Semester. Seit zwei Jahren arbeite ich als Texterin.
    Nach dem Studium möchte ich erst einmal reisen und nebenbei freiberuflich arbeiten. Eine Familie möchte ich auch unbedingt gründen und so bin ich sehr gespannt, was du hier berichtest.

    Du hast auf jeden Fall eine neue Leserin! Ich bin durch Facebook irgendwie auf dein Blogazine gestoßen.

    Liebe Grüße,

    Anna

    Reply
    • Celsy on 22. August 2016

      Liebe Anna,
      danke für deinen tollen Kommentar! Ich freu mich sehr, dass sich mit dir eine weitere verwandte Seele gefunden hat. 🙂 Was genau studierst du? Reisen und nebenher freiberuflich arbeiten klingt nach einem tollen Vorhaben. Nutze die Zeit auch ruhig während des Studiums schon bewusst für Reisen, ich war da leider etwas schludrig. 😉
      Das mit der Sinnfrage kann ich übrigens sehr, sehr gut nachvollziehen. Genau deshalb bin ich schlussendlich in die Freiberuflichkeit gegangen und habe nicht jetzt versucht, irgendwo ein Volontariat zu ergattern. Mit meiner Freiberuflichkeit und THE HAPPY SPOT kann ich tun, was mich erfüllt – Clickbaits bei Facebook gehören da sicherlich nicht dazu. Zudem kann ich selbst entscheiden, welche Geschichten ich erzählen möchte, auch wenn diese abseits des Mainstreams liegen.
      Ich freue mich, öfter von dir zu hören!
      Liebe Grüße,
      Celsy

      Reply

what do you think?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*