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Vom Traum zum Ziel

“Dein eigener Feind – Du selbst”

Sackgasse

Dein größter Feind – das bist manchmal, nein, immer, du selbst. Der kleine Kritiker, der auf der linken Schulter sitzt. Die leise Stimme des Zweifels in deinem Herzen. Der Perfektionismus, den du über Jahre kultiviert hast. Die Erwartungen anderer, die du ohne Reflexion einfach übernommen hast. Sie alle hindern dich daran, zu tun, was du wirklich willst. Es geht nicht um die beste Version deiner selbst, nicht um dein „Higher Self“ oder um deine Vision. Es ist viel grundlegender. Der Feind, der in deinem eigenen Herzen wohnt, hindert dich daran, überhaupt voran zu kommen.

Ich weiß das deshalb so gut, weil ich das vergangene Woche an mir selbst beobachten konnte. Ich liebe meinen Sohn. Ich liebe meinen Job. Doch in Kombination miteinander kann das eine verdammt explosive Mischung sein. Die ganze Woche allein mit dem Baby und meinem Job, habe ich mich in meinem eigenen Chaos verheddert. Mit jedem bisschen Arbeit, das ich nicht geschafft habe, wurden die Zweifel in meinem Kopf lauter.

  • Was hat das eigentlich alles für einen Sinn?
  • Was ist eigentlich dein Thema?
  • Du versinkst in deiner eigenen Irrelevanz.

Ich erledigte die bezahlte Arbeit so gut es ging. Doch als einer der neueren, großen Kunden ankündigte, dass es das für diesen Monat wahrscheinlich an Auftragsvolumen war, brach die Motivation weg. Plötzlich zweifelte ich daran, ob ich das mir selbst gesteckte Ziel für diesen Monat überhaupt erreichen könne. Meine Zuversicht verließ mich, weil der kleine Kritiker auf meiner Schulter unaufhörlich flüsterte: „Das schaffst du sowieso nicht“.

Vom inneren Kritiker ausgeknockt

Gebloggt habe ich auch ewig nicht mehr. Ich stellte mir plötzlich die Frage, ob das hier überhaupt jemanden interessiert. Treffe ich überhaupt die Relevanz, die ich mir für THE HAPPY SPOT wünsche? Mit jedem Tweet, der nicht kommentiert wird, mit jedem Blogpost aus der Vergangenheit, der nicht mehr geklickt wird, frage ich mich, ob ich jemals für relevant gehalten werde. Ja, ich wünsche mir, Relevanz zu haben. Ich wünsche mir, dass man bei bestimmten Themen an meinen Namen denkt und meine Meinung dazu einholt.

Ich träume von einem vielgelesenen Onlinemagazin. Von einem Podcast, den die Leute gerne hören. Von Einladungen zu Veranstaltungen, als Speaker, als Workshopleitung. Das alles liegt gerade in unerreichbarer Ferne. Weil die leise Stimme in meinem Herzen flüstert: „Das ist anderen vorbehalten, nicht dir. Niemand nimmt dich wahr“. Der Kritiker auf meiner Schulter lacht mich aus: „Ach Mädchen, sieh es ein. Du bist Durchschnitt. Eine durchschnittliche Möchtegern-Selbstständige, deren Mutterrolle ihr größter Erfolg bleiben wird“.

Die Auswirkungen sind verheerend. Denn ich komme vom Wünschen nicht ins Tun. Mein Buch bleibt liegen. Ich blogge nicht. Das Thema Podcast wird auf die ganz lange Bank geschoben. Auch der neue Instagram-Account wird nur mäßig bespielt, weil die Reaktionen ausbleiben, die Motivation sinkt. Meine Zweifel, mein innerer Feind, lähmen mich, machen mich handlungsunfähig und setzen mich außer Gefecht. Mein innerer Feind gewinnt Schlacht um Schlacht, weil ich lieber direkt kapituliere. Ich schwenke die weiße Fahne, ohne auch nur einen Schritt aufs Schlachtfeld gesetzt zu haben.

Der erste Schritt aufs Schlachtfeld ist entscheidend

Das Problem ist ja aber: Erfolg will hart verdient sein. Damit ich dorthin komme, wo ich hin möchte, muss ich dafür arbeiten. Um Reaktionen auf Blogartikel, Instastorys und Tweets zu erhalten, muss ich sichtbar werden, zeigen, wo meine Expertise liegt, Kontinuität unter Beweis stellen. Natürlich kann ich wochenlang darüber grübeln, was eigentlich mein Thema ist, wozu ich wirklich etwas zu sagen habe. Doch wenn ich nicht ins Tun komme, dann bringt mir auch die größte Erkenntnis nichts. Was bringt mir die beste Kriegsführungsstrategie, wenn meine Soldaten sich lieber ängstlich hinter den Mauern verschanzen?

Heute Mittag, als das Baby schlief, hörte ich den Podcast von Petra A. Bauer, „Working Mom News“. In der aktuellen Folge ging es um Ausreden und darum, einfach mal zu machen. Ich fand mich in dem, was Petra sagte, sehr wieder. Schließlich nahm ich die Motivation für diesen Artikel mit. Ja, vielleicht hat dieser Artikel keine Relevanz und gleicht mehr einem Seelenstrip. Vielleicht zeigt er nicht die Expertise, für die man mich zu Veranstaltungen einlädt. Aber es ist ein Artikel, den ich geschrieben habe und den ich veröffentliche. Ich komme ins Tun und mache mich sichtbar. Damit habe ich diese Woche mehr erreicht, als ich vor einer Stunde noch angenommen habe.

3 Tricks, deinen inneren Feind zu besiegen

  • Du bist nicht allein! Jeder von uns zweifelt, jeder hat seinen inneren Kritiker. Jeder von uns ist sein eigener, größter Feind. Suche dir jemanden, mit dem du dich austauschen kannst und sprich offen über deine Zweifel.
  • Einfach mal machen! Der beste Weg, deinen inneren Kritiker auszuschalten, ist, einfach anzufangen. Was auch immer dir auf dem Herzen brennt, tu es einfach. Wohin der Weg dann führt, zeigt sich hinterher.
  • Better done than perfect! Verkrampf dich nicht auf ein bestimmtes Resultat. Wichtig ist erst einmal, überhaupt etwas getan zu haben. Optimieren, die gewünschte Reichweite erzielen, gesehen werden – das entwickelt sich im Laufe der Zeit. Hab keine Angst, jeder Meister war irgendwann mal ein Anfänger.
Celsy

Celsy

Ich bin Gründerin dieses Magazins, freischaffende Texterin und Redakteurin und deine freundschaftliche Ansprechpartnerin für all die Dinge, die das Leben schöner machen. Außerdem bin ich Vollzeit-Chaotin mit großem Herzen, beißendem Humor und habe immer für jeden eine Tasse Kaffee da.
Celsy

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2 COMMENTS

  • Jessika on 16. Juni 2017

    Hallo liebe Celsy,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich erinnere mich noch gut an eine Zeit, in der ich Blogartikel geschrieben habe, die scheinbar niemanden erreicht haben. Ich finde das unfassbar frustrierend und kann immer gar nicht glauben, dass manche Blogger wirklich nur „aus Spaß“ schreiben und nicht um gelesen zu werden.

    Was mir in dieser Phase geholfen hat? Immer weiter machen. Auch wenn die Klickzahlen mies waren, auch wenn keine neuen Follower kamen. Irgendwann ist der Knoten dann geplatzt – und seit gestern gehöre ich „offiziell“ zu den Infuelncern Mitteldeutschlands (*lach*).

    Auf der Welle des Erfolgs zu surfen, ist natürlich sehr viel angenehmer als alles davor, aber ich merke gerade, dass auch das seine Tücken hat. Als mich letztens eine Anfrage vom Lokal-Fernsehsender erreicht hat, habe ich mich zum ersten Mal gefragt: „Wie weit willst du eigentlich wirklich gehen? Welches Ausmaß soll die ganze Sache annehmen? Bis zu welchem Punkt ist es authentisch und ab wann machst du dich lächerlich?“

    Man sollte seine Ziele nie aus den Augen verlieren, egal wie schlecht oder gut (!) es gerade läuft. Ich bin fest davon überzeugt, dass du schon sehr bald deine erste Speaker-Einladung kriegst. Du musst nur am Ball bleiben.

    Fühl dich gedrückt,
    Jessi

    Reply
    • Celsy on 16. Juni 2017

      Liebe Jessi,

      danke für deinen immer wiederkehrenden Zuspruch! Dich vor Augen zu haben, macht mir wirklich Mut.
      Dank eurer lieben Worte ist bei mir der Knoten erstmal geplatzt und ich kann wieder mit Freude und Elan an die Sache herangehen.

      P.S.: Ich würde dich unheimlich gerne mal im Fernsehen sehen! 😀

      Reply

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