Auf einen Kaffee mit Freunden

Interview: Daniela Batista dos Santos, Gründerin von „The Circle of Wonderwomen“

Quelle: Daniela Batista dos Santos
Quelle: Daniela Batista dos Santos
Daniela, erzähl uns doch bitte einmal, wer du bist!

Wer ich bin? Ok. Also, ich bin Dani, bin 29, komme ursprünglich aus Portugal. Aus der Nähe von Lissabon, bin aber in Baden-Württemberg aufgewachsen. Ich bin eigentlich eine portugiesische Schwäbin, wenn du so willst. Ich habe ganz normal eine Ausbildung gemacht und habe im Marketingbereich gearbeitet. Am Anfang meiner Reise war ich Anfang 20 und hatte eigentlich alles, was man so braucht. „Ah ja, hier, hast doch genug Geld und hast doch deine Arbeit und deine Freunde!“ Aber ich war halt nicht happy. Ich habe dann sehr radikal meinen Job hingeschmissen. Ich wollte noch studieren und was Anderes sehen. Ich habe mich dann tatsächlich entschieden, nach Hamburg zu gehen und anzufangen zu studieren. Damals hatte ich meinen Chef, der gesagt hat: „Dani, komm, in dir steckt ein bisschen mehr, mach doch mal was!“ Er hat mich da extrem geprägt und ja, so fing meine Reise an. Ich hab dann tatsächlich alles stehen und liegen lassen, bin nach Hamburg, habe ein Studium angefangen.

Was hast du studiert?

Medienmanagement. Ich habe alles Mögliche ausprobiert im Studium, habe alle möglichen Jobs gemacht. Auch schöne Jobs, also, ich kann mich nicht beklagen, ich hatte eine richtig tolle Zeit. Aber nach kurzer Zeit ist mir immer relativ schnell langweilig geworden. Das ging echt über Jahre, sodass ich irgendwann angefangen habe, zu denken „Ok, irgendwas stimmt mit mir nicht.“ Mir wurde klar, dass es einfach nicht das Richtige war. Es waren tolle Dinge, ich habe viel gelernt, aber ich glaube, ich brauche einfach mein Eigenes. Ich brauche etwas, was ich selber erschaffen kann. Ich finde es immer so crazy, wenn man für andere arbeitet. Weißt du, wenn man anderen hilft, deren Baby aufzubauen. Aber warum kreiert man nicht sein eigenes? Irgendwann kam mir dieser Gedanke und wuchs und wuchs in meinem Kopf. Ich dachte mir: „Eigentlich ist das total verrückt. Am Ende des Tages will ich doch auf mein Leben zurückblicken und meinen Kindern etwas mitgeben, meinen Enkeln eine tolle Story erzählen.“ Diese Idee hat mich nie in Ruhe gelassen. Circa drei bis dreieinhalb Jahre, in denen ich aber das Studium gemacht habe. Anfang 2016 bin ich dann fertig geworden und bin nach Bali gegangen. Das war dann nochmal diese Motivation, die ich gebraucht habe, zu sagen „Jetzt oder nie. Entweder mach ich jetzt was oder ich bewerbe mich auf einen Job und bin da und bin unglücklich“. Das bin halt nicht ich, ich bin jemand, ich nehme die Dinge immer gleich an. Wenn ich sehe, irgendwie passt es nicht, dann ändere ich es eigentlich immer relativ schnell. Auch wenn das manchmal so radikal wirkt, aber ich denke mir, warum Zeit verschwenden? Warum soll ich in einem Job sein, der mir nichts bringt? Ich bring doch den anderen dann auch nichts, wenn ich nicht happy bin.

Gab es denn in deinem Leben ein Erlebnis oder ein Ereignis, dass deine Vorstellung von Glück ganz besonders geprägt hat?

(denkt nach) Ich glaube, da kamen verschiedene Sachen zusammen. Ich fand immer Leute faszinierend, die ihr Ding gemacht haben. Die nicht immer dieses Konforme, sondern immer anders gelebt haben als es von ihnen erwartet wurde. Das fand ich immer gut. Das hat sich auch durch eine sehr, sehr gute Freundin von mir entwickelt. Wir haben zusammen die Ausbildung gemacht, wir kennen uns seit 10 Jahren. Sie hat dann irgendwann mal gesagt: „Nee, ich möchte eine Weltreise machen“. Sie war dann anderthalb Jahre weg und ist nun ein vollkommen anderer Mensch. Nicht, dass sie davor schlecht war, aber sie ist einfach so ein Freigeist geworden und ihre Geschichte hat mich auch nochmal ein bisschen wachgerüttelt. Zu sagen: „Es ist möglich!“  Meine Freundin hat so ein Urvertrauen in sich, sie reist durch die Welt, macht ihr Ding, ist Yogalehrerin und ist zum Beispiel gerade in Peru. Sie hat sich ein Leben erschaffen, von dem viele dir sagen würden, das ist nicht möglich. Das hat mich damals total fasziniert. Ich hatte sie in Australien besucht, der letzten Station auf ihrer Weltreise. Es ging mir selbst damals nicht gut – ich hatte mich gerade von meiner großen Liebe getrennt – und erlebte sie da zum ersten Mal so, wie sie jetzt ist. Das hat mich so verändert, weil ich mich gesehen habe. Das war wie eine Vision, die mir gezeigt hat, dass ich genauso bin wie sie. Ich bin nicht anders.

Wenn wir gerade von Vision sprechen: Was ist denn „The Circle of Wonderwomen“?

The Circle of Wonderwomen steht im Grunde im Zeichen von Empowerment. Mir ist es wichtig, jeder Frau, egal woher sie kommt, wie sie aussieht, wie alt sie ist, zu sagen oder zu zeigen, dass in ihr eine Wonderwoman steckt.  Weil ich ganz, ganz viele Jahre wundervolle Menschen um mich herum hatte, wundervolle Frauen, die von innen und außen schön sind, die aber denken, sie könnten nichts. „Ich hab doch keine Talente. Ich bin zu groß, ich bin zu klein, ich bin zu dünn“. Du hast Frauen vor dir, von denen du sagst: „Ey, wow, du bist der Hammer“, die sich aber selbst nicht so sehen. Das habe ich so lange beobachtet. Da ist eigentlich die Idee entstanden. Den Leuten mal zu zeigen, jeder hat ein Talent und jeder kann etwas schaffen. Ich führe sehr viele Gespräche, bin eine Träumerin. Ich sage immer: „Ich möchte etwas erreichen!“. Viele sagen dann: „Ja das können sie für sich gar nicht sehen, sie haben doch nicht, womit sollen sie denn erfolgreich sein?“  Sie sagen sich: „Ich hab doch keine Talente, ich kann doch nichts“, und finden sich damit ab. Statt sich mal auf die Reise zu machen und herauszufinden „Was will ich eigentlich, auf was hab ich Lust?“. Ich finde es ganz schlimm, nicht an sich zu glauben. Ich spezialisiere mich auf Frauen, weil ich glaube, dass wir Frauen uns eher fertigmachen als Männer. Männer sind natürlich auch verletzlich, aber sie haben auch ein großes Selbstbewusstsein. Das siehst du auch im Job, sie haben mehr Vertrauen in sich. Wir Frauen machen uns hingegen immer so klein, wir verstecken uns manchmal sogar hinter unseren Männern. Das finde ich so schade, ich möchte den Frauen eigentlich zeigen: „Hey, in dir steckt eine Superheldin! Du bist deine eigene Superheldin, du brauchst niemanden, den du bewunderst. Du bist selbst deine Superheldin, was das auch immer für dich heißt!“ Das ist so der Gedanke dahinter.

Am 06.01. fand der Circle „Infuse your year with magic“ statt, der ausverkauft war. Worum genau ging es an dem Abend?

Es ging im Grunde darum, den Leuten ein paar Instrumente mit in die Hand zu geben. Das war schon fast so ein kleiner Workshop, wenn du so willst. Wir reden immer davon: „Ich möchte was verändern“, aber wissen nicht wie. Ich krieg immer tausend Fragen: „Aber wie machen wir das, aber dies, aber das“ – ich kann das aber nicht mehr hören (lacht). Ich möchte den Leuten endlich mal eine neue Perspektive eröffnen. Du musst ja nicht sofort alles kündigen und irgendwo in den Dschungel ziehen, um dein Leben glücklicher zu gestalten. Das muss ja nicht sein, wenn du es nicht willst. Aber es gibt manchmal so kleine Dinge, die du im Alltag schon verändern kannst, um dein Jahr ein bisschen magischer zu gestalten.

Wie sieht so ein Circle klassischerweise aus?

Total einfach. Wir sitzen im Kreis, es ist sehr persönlich, sehr gemütlich gestaltet. Wir sind maximal sechs bis sieben Frauen. Das war auch der Wunsch der Frauen, die die ersten Circles mitgemacht haben. Die meinten, größer wäre es nicht gut, jeder traut sich, etwas zu sagen. Wenn du ganz viele Menschen in einer Veranstaltung hast, wie sind wir? Wir ziehen uns zurück, und denken „Nee, ich bin ja alleine hier, ich möchte gar nicht auffallen“. So etwas hasse ich, weil ich selbst so bin. Ich hasse es, auf Veranstaltungen zu reden, auf denen 1000 Leute sind. Ich möchte, das jeder zu Wort kommt, jeder hat seine eigene Stimme in diesem Circle. Wir sind in einem geschützten Raum. Ich meditiere mit den Frauen zuerst, dann fangen wir an zu sprechen, ich fange immer an. Ich zeige mich selbst sehr verletzlich und sehr ehrlich. Dann gehen wir der Reihe nach, jeder hat dann so eine kleine Weltkugel. Wenn du diese in der Hand hältst, dann ist deine Zeit, du redest und alle hören dir zu. Es gibt keine Fragen, keiner unterbricht dich. Das ist für viele Frauen schon eine Hürde: Du sitzt im Kreis mit sechs Leuten und die hören dir zu, du sollst sprechen! Das ist für viele das erste Mal, dass ihnen so zugehört wird. Das ist schon einmal ein geiler Schritt. Zweitens ist es so, dir werden manchmal Dinge erst klar, wenn du sie aussprichst. Du hast vieles in deinem Kopf, aber hast du es mal aufgeschrieben oder es anderen gesagt? Nein! Und in dem Moment wird dir selbst etwas klar, was dir vielleicht gar nicht so bewusst war. Das Schönste ist, dass die Frauen sich danach austauschen, sich gegenseitig helfen. Das machen sie automatisch. Es ist egal wie alt du bist – ich habe von Anfang 20 bis Ende 50 Menschen in den Circles. Es entsteht so eine Magie, so eine Atmosphäre zwischen den Frauen. Wir sind vielleicht alle unterschiedlich, aber wir haben alle die gleichen Probleme und die gleichen Ängste. Jeder hat irgendeine Erfahrung gemacht und die Frauen lernen voneinander. Sie fangen an, sich zu helfen, sich zu inspirieren und gehen dann als Freundinnen raus. Kein Witz, als würden die sich seit Jahren kennen! Als ich die ersten drei Circles gemacht habe, dachte ich so: Krass! Mir war gar nicht bewusst, dass das wirklich so entstehen kann.
Ich glaube, dass wir manchmal mit unseren verrückten Ideen nicht das richtige Umfeld haben, wo wir es teilen können, und ich will da ein Umfeld schaffen. Ein Umfeld von Wonderwomen, von Frauen, die sagen „Ich möchte was machen, ich traue mich nicht einmal, es auszusprechen, aber hier traue ich mich das.“ Ich selber kenne das ja auch. Ich habe wundervolle Freunde, aber manchmal komm ich mit Ideen, wo die sagen „Dani, ernsthaft?“ Wir brauchen das richtige Umfeld, wir brauchen es, um uns entfalten zu können. Aus dieser Erfahrung heraus kam es, dass ich mir dachte, ich möchte so etwas haben, so etwas kreieren. Ich möchte, dass die Frauen einen Ort haben, wo sie sich wohl fühlen, wo sie diese Ideen rauslassen können.

Seit wann existiert „The Circle of Wonderwomen“?

Ich habe im Sommer 2016 angefangen, die Circles zu machen, über MeetUp. Ich habe ja selbst auf Bali an Circles teilgenommen, da habe ich das ja kennengelernt und war total geflasht, was da mit einem passiert. Dann habe ich mir gedacht, das möchte ich mit nach Hamburg nehmen. Im Sommer habe ich mir gedacht, ich mach das jetzt mal auf MeetUp und hab die Circles einfach so eingestellt. Und es kamen echt Frauen! Das waren so die „Test-Circles“, das waren sechs oder sieben. Der Circle am 6. Januar war jetzt der erste, bei dem du auch was zahlst und bei dem ich sogar eine Art Workshop daraus gemacht hab. Der Circle am 20. Januar ist damit der zweite, für den ich offiziell Tickets verkaufe.

Was glaubst du, hält Frauen davon ab, ihr Potential a) zu entdecken und b) auch zu leben?

Weil sie selbst nicht an sich glauben. Ich glaube, dass wir manchmal im Leben Erfahrungen machen, die uns so prägen und sich so auf uns auswirken, dass wir selbst nicht an uns glauben. Wir denken, wir sind scheiße, wir können das nicht. Weil wir uns auch immer mit anderen vergleichen und sagen „Guck mal, was die macht, das könnte ich niemals! Warum sollte ich den Mut haben?“. Wir gönnen uns gar kein Glück, wir haben Angst davor. Ich glaube, wir machen uns selbst ziemlich viel fertig. Ich glaube, dass uns manchmal auch andere den Mut nehmen, auch unser Umfeld. Die sagen „Ja, aber wie willst du das denn machen, wie willst du das denn finanzieren? Und wenn es nicht klappt? Was ist denn mit deinem Lebenslauf, du kannst doch keine Lücke in deinem Lebenslauf haben, Dani!“ Du wirst mit ganz viel Angst konfrontiert in deinem Umfeld. Was passiert? Du speicherst die Angst! Sie wird zu deiner eigenen Angst. Aber es ist eigentlich nicht deine eigene Angst. Es ist die Angst von anderen, weil andere es selbst nicht schaffen, sich ihre Träume zu erfüllen. Ich glaube, dein Potential nicht zu entfalten, hat sehr viel damit zu tun. Mit dir selbst, dass du dich selbst klein machst, aber auch viel mit deinem Umfeld. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Menschen um dich herum zu haben. Die sagen „Ja, voll geil, mach! Und wenn’s nicht klappt, machste halt was anderes.“

Was wäre dein persönlicher Tipp für eine Frau, die ihr Potential erkennen und auch leben möchte?

Erstens, folge immer deiner Intuition! Das ist immer deine Wahrheit, egal wie verrückt das klingt. Meine persönliche Erfahrung ist, wenn ich meiner Intuition nicht folge, läuft’s immer blöd. Obwohl ich das vorher schon wusste. Andere haben immer tolle Tipps für dich und du denkst „Oh scheiße, vielleicht haben die recht.“ Wenn du denen folgst und nicht deiner Intuition, läuft’s schief. Wie oft ich das gemacht habe! Ich habe gelernt: Immer deiner Intuition zu folgen, egal was das bedeutet. Und dein Ding zu machen, egal was andere sagen. Egal, was deine Freundin sagt, was deine Familie sagt, was die Gesellschaft sagt. Das ist vollkommen egal, solange DU happy bist. Das sind so die zwei wichtigsten Dinge, die ich jeder Frau sagen würde. Das ist das, was ich selbst die letzten Monate erfahren habe.

Wo können sich Interessierte über „The Circle of Wonderwomen“ weiter informieren? 

Auf meiner Website: www.thecircleofwonderwomen.com

Da sind auch die Veranstaltungen zu finden, da kannst du sie buchen. Und über Facebook, dort findest du meine Seite „The Circle of Wonderwomen“.

Du kannst mich aber auch anmailen, das ist gar kein Ding.

Was ist dein persönliches Glücksrezept, wenn der Tag mal so richtig schiefgelaufen ist?

Ich habe ein persönliches Wonderwoman Book, in das ich alles Mögliche hineinschreibe. Irgendwelche schönen Zitate, Erfolge, die ich gefeiert habe, Komplimente, die ich bekommen habe. Wenn ich mal einen echten Scheißtag habe, guck ich da rein. Ich fang dann immer an zu schmunzeln, weil ich denke „Hey, krass, Dani, du hast schon mehr erreicht als du manchmal denkst.“ Das schreibe ich mir alles auf und mach das dann richtig schön und hübsch. Das hat schon eine gewisse Magie.

Was magst du der THE HAPPY SPOT Community zum Abschluss mitgeben?

MACH WEITER SO! Egal was die anderen sagen.

Liebe Daniela, vielen, vielen Dank für dieses fantastische Interview!

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann kannst du über die Facebook-Veranstaltung The Lovers Tickets für Danielas nächsten Circle buchen. Es sind nur noch wenige Plätze verfügbar, schnell sein lohnt sich also! Viel Spaß und viel Freude mit der wunderbaren Dani!

Celsy

Celsy

Ich bin Gründerin dieses Magazins, freischaffende Texterin und Redakteurin und deine freundschaftliche Ansprechpartnerin für all die Dinge, die das Leben schöner machen. Außerdem bin ich Vollzeit-Chaotin mit großem Herzen, beißendem Humor und habe immer für jeden eine Tasse Kaffee da.
Celsy

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