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Inspirierendes

“Minimalistisch im Jahr 2017 – Praxistipps für digitalen Minimalismus (inkl. Gewinnspiel)”

2015 wurde „Smombie“ – eine Zusammensetzung aus Smartphone und Zombie – vom Langenscheidt-Verlag zum Jugendwort des Jahres gekürt. Gemeint sind (junge) Menschen, die abwesend, fast schon hypnotisiert auf ihr Smartphone schauen und dabei wie Zombies durch die Gegend laufen. Ich oute mich: Auch ich bin hin und wieder ein Smombie. Ich laufe gegen Straßenpoller, ignoriere mein Gegenüber und bin manchmal so sehr auf mein Handy fokussiert, das ich alles um mich herum ausblende. Klingt grauenhaft? Ist es auch!
Pünktlich zum Jahresende kam mir die Erkenntnis, dass mir mein überladener digitaler Lifestyle – und insbesondere die übertriebene Nutzung vom Smartphone – nicht mehr guttut. Ich bin ständig online und erreichbar, konsumiere soziale Netzwerke fast schon wie Drogen und lasse dabei die analogen Aspekte meines Lebens außer Acht. In einem Artikel für Edition F habe ich erst kürzlich geschrieben: „Mein digitaler Lifestyle gleicht einer Müllhalde. Es ist an der Zeit, aufzuräumen. Es ist Zeit für Minimalismus.“

Es stimmt. Im Laufe der letzten paar Jahre haben sich ziemlich viele Altlasten in meinem digitalen Kosmos angesammelt: Kontakte, zu denen ich keinerlei Verbindung mehr habe (oder noch nie hatte), Instagram-Accounts, die sich in keiner Weise von all den anderen durchgestylten Profilen unterscheiden, Snapchat-Storys, die mich endlos langweilen. Ich lese Facebook-Kommentare, die mich wütend machen und befördere einen Newsletter nach dem anderen unbeachtet in den Papierkorb. Mithilfe der App „Quality Time“, die ich dir hiermit wärmstens ans Herz lege, habe ich herausgefunden, dass ich mein Smartphone täglich zwischen drei und vier Stunden in Gebrauch habe. Das ist doch einfach nur verrückt! Für mich ist klar, dass sich etwas in meinem Leben ändern muss. Die Wahrheit ist nämlich, dass mich mein digitaler Konsum nicht nur müde, sondern auch zunehmend unglücklich macht. Deshalb möchte ich dir gern in diesem Beitrag erzählen, wie ich mein Vorhaben vom digitalen Minimalismus in der Praxis umsetze.

First of all: Ausmisten!

Der erste Schritt ist der wohl wichtigste. Ehe ich meine Gewohnheiten grundlegend verändere, habe ich erst einmal entrümpelt, was das Zeug hält: Kontakte, Accounts, Storys… alles, was mein Leben nicht bereichert, wird entsorgt. Das galt speziell für Facebook-Gruppen, die mich seit einigen Monaten nur noch genervt haben. Besonders die unzähligen Blogger- und Texter-Gruppen, in die ich einmal blindlings pauschal eingetreten bin (in der Hoffnung, einen großen Nutzen daraus zu ziehen), wurden rigoros aus meinem Leben verbannt. Was soll ich sagen? Ich habe sie noch keine Sekunde vermisst! Der Input, der mich über diese Gruppen erreicht hat, war zu 90 % irrelevanter Kram, der mich nicht weitergebracht, sondern gestresst hat. Nun, da er weg ist, habe ich wieder viel mehr Zeit und Nerven, mich auf wirklich wichtige Informationen zu konzentrieren.

Auch auf Instagram hat sich meine Aufräum-Aktion sofort bemerkbar gemacht. Nachdem ich etwa 250 (!) Accounts gelöscht hatte, wurden mir plötzlich User angezeigt, die ich total vergessen hatte. Mein Feed besteht nun ausschließlich aus Bildern, die mich wirklich interessieren, informieren oder berühren.

NEIN zur Hate Speech auf Facebook

Ich glaube tatsächlich, der Auslöser für meinen digitalen Minimalismus war der zunehmende Hass auf Facebook. Wenn ich könnte, würde ich diesem „sozialen“ Netzwerk vollständig den Rücken kehren und alle meine Fanpages sowie mein privates Profil löschen. Geht leider nicht aus beruflichen Gründen.
Um dennoch in einer weitestgehend friedlichen Koexistenz mit Facebook leben zu können, habe ich mich dazu entschieden, fortan keine Kommentare mehr zu lesen – weder unter scheinbar belanglosen Postings noch unter offensichtlichem Zündstoff (Stichwort: Flüchtlingskrise). Ja, ich verschließe meine Augen vor den Menschen, die das Netzwerk mit ihrem Hass verseuchen. Ich tue es, um mich selbst zu schützen. Denn in letzter Zeit habe ich immer öfter gemerkt, dass mich die furchtbaren Aussagen mancher Mitmenschen – ja sogar die „Reaktionen“ auf manche Beiträge – nicht nur nerven, sondern regelrecht auffressen. In mir brodeln Wut, Abscheu, Trauer und die Angst vor der Spaltung unserer Gesellschaft. Ich ertrage die Kommentare schlichtweg nicht mehr und verbanne sie deswegen komplett aus meinem Leben.

Soziale Medien – die ungesunden Pausensnacks der Digitalisierung

So gern ich Facebook dieser Tage löschen würde, erst kürzlich ist mir etwas Erstaunliches aufgefallen: Immer wenn ich eine kleine Pause von meiner Arbeit brauche, surfe ich beinahe ferngesteuert auf… richtig! Facebook! Hin und wieder dürfen auch Instagram oder Snapchat dran glauben, das Phänomen ist jedoch immer das gleiche: Ich suche scheinbar Entspannung in sozialen Medien. Was ich dort jedoch finde, ist in erster Linie eine Menge Müll. Hinterher bin ich oftmals sogar noch angespannter als vorher. Mit anderen Worten: Die Pause war für den Allerwertesten.
Selbstverständlich greift mein digitaler Minimalismus auch an diesem Punkt. Ich habe mir einen ganz einfachen Trick überlegt: Immer wenn mein Gehirn nach einer Pause verlangt, greife ich nicht zum Smartphone, sondern zum Buch „Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben“. Das lässt sich ziemlich gut lesen, ist in kurze Kapitel unterteilt und vermittelt mir nicht zuletzt nützliches Wissen für meinen Beruf. Natürlich soll nun nicht jeder dieses Buch lesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du damit rein gar nichts anfangen kannst, ist ziemlich groß. Worauf es mir ankommt ist die qualitativ hochwertige Alternative zum „ungesunden Pausensnack“ Social Media. Greif nicht nach dem Schokoriegel, sondern nach dem Apfel. Dieser kann beispielsweise ein Kreuzworträtsel, ein Malbuch für Erwachsene oder auch ein altmodisches Witzebuch sein. Du wirst garantiert einen analogen Ersatz für den schnellen Digital-Kick finden 😉

2017 wird mein Lese-Jahr

Da wir einmal beim Thema Lesen und Bücher sind: Anstatt auch 2017 wieder unendlich viele Stunden am Smartphone zu hängen und sinnlose Inhalte aus dem WWW zu inhalieren, habe ich mir vorgenommen, wieder viel zu lesen. Richtig viel zu lesen. In jeder freien Minute, die ich entbehren kann, zu lesen. Allein beim Gedanken daran macht irgendetwas in mir drin Freudensprünge. Ich fühle mich dynamisch, lebendig, einfach glücklich, wenn ich guten Lesestoff in die Finger bekomme. Dabei spielt es gar keine so große Rolle, ob es sich dabei um einen Roman oder ein Sachbuch, eine Zeitschrift oder einen abgedruckten Blog handelt. Ein paar meiner aktuellen Favoriten möchte ich dir an dieser Stelle gern etwas genauer vorstellen:
„What if? Was wäre wenn“ von Randall Munroe: Ein Sachbuch, das „wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen“ gibt. Ich bin ein echter Muffel, was Naturwissenschaften angeht, aber dieses Buch schafft es, mich mit schrägem Humor auf dem Gebiet zu bilden.
„Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky: Vielleicht kennst du diese „Erzählung über den Sinn des Lebens“ bereits. Falls nicht, empfehle ich sie dir hiermit. Eine kurzweilige Geschichte, die in einem Ritt gelesen werden kann und zum Nachdenken anregt.
archive/e – Mehr als ein Blog: Die Idee, verschiedene Blogs in einem analogen Medium abzudrucken ist ebenso einfach wie genial. Mir wurde die zweite Ausgabe vom archiv/e Magazin zu Weihnachten geschenkt und ich war augenblicklich Fan. Die Bilder und Texte in gedruckter Form haben eine unglaublich inspirierende Wirkung, die mich über Monitor und Display nur schwer erreicht.
„Strahlend schöner Morgen“ von James Frey: Diesen Roman – ebenfalls ein Weihnachtsgeschenk – lese ich aktuell. Ich bin noch am Anfang der Story, kann das Buch aber schon jetzt empfehlen. Weil es wundervoll geschrieben ist und es der Autor versteht, mit Sprache zu spielen. Außerdem entführt mich das Buch in eine gänzlich andere (aber dennoch reale) Welt, in der ich perfekt abschalten kann.
emotion: Das Frauenmagazin emotion dürfte sicher den meisten bekannt sein. Ich mag, dass es darin nicht ausschließlich um Mode und Beauty geht, sondern auch ernste Themen angesprochen werde, die uns Frauen bewegen. Dafür einen Daumen nach oben.

Hast du noch mehr Empfehlungen für mich und die anderen Leser? Dann hinterlasse sie gern in den Kommentaren.

Minimalismus bedeutet nicht Verzicht

Ich werde versuchen, diese und weitere Tipps im kommenden Jahr immer wieder zu beherzigen und in mein Gedächtnis zu rufen. Mein Ziel ist es, meinen digitalen Lifestyle einzugrenzen – nicht jedoch ihn gänzlich zu streichen. Natürlich werde ich weiterhin Bilder auf Instagram und meine Artikel auf Facebook posten, natürlich werde ich hin und wieder sinnlos durch‘s WWW surfen und vielleicht lese ich doch einmal den einen oder anderen Kommentar zu brisanten Themen. Minimalismus bedeutet nicht Verzicht, sondern bewusstes Limitieren. Letztendlich kommt es einzig darauf an, dass ich mich wohlfühle und glücklich bin.

Achtung, Gewinne! Anlässlich des Blogartikels haben Jessika und ich uns entschieden, ein Exemplar von „Das Café am Rande der Welt“ zu verlosen. Was du dafür tun musst?
1. Erzähl uns, was genau du unter dem Sinn des Lebens verstehst.
2. Lasse der Facebookseite von THE HAPPY SPOT einen Like da!

Der Gewinner wird am 30.04.2017 ausgelost. Viel Glück!

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel

Jessika lebt, liebt und bloggt in der Thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Auf ihrem Blog Feels like Erfurt schreibt sie über die Besonderheiten der Stadt und lädt zur digitalen und analogen Entdeckerreise ein. Ihre Brötchen verdient die 26-jährige ebenfalls mit dem Schreiben. Mit ihrer Agentur JF Texte hat sie sich im Juni 2015 selbstständig gemacht. Ihr momentaner Schwerpunkt liegt auf der Betreuung verschiedener Blogs aus den Bereichen Karriere, Outdoor und Lifestyle. The Happy Spot ist für sie ein Ort des Austauschs und der Inspiration.
Jessika online: http://feels-like-erfurt.de; http://jf-texte.de
Jessika Fichtel

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2 COMMENTS

  • Falko on 3. April 2017

    Liebe Celsy, liebe Jessica,
    unter dem Sinn des Lebens verstehe ich das Eruieren sämtlicher Momente und Tätigkeiten, die das Individuum mit Glück zu erfüllen vermögen und das folgliche Trachten nach ebendiesen.
    Herzliche Grüße
    Falko

    Reply
    • Celsy on 3. April 2017

      Lieber Falko,
      danke für deinen Beitrag zu unserem Gewinnspiel. 🙂 Wir können uns deinem Kommentar nur anschließen. Habe einen wundervollen Tag! Liebe Grüße,
      Celsy

      Reply

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